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Wie du lernen kannst
leichter zu delegieren

Eine kleine Geschichte zum Thema Delegieren

Eine Praktikantin sollte sich in einem Unternehmen um die Erstellung von einigen Folien kümmern. Nach getaner Arbeit legte sie ihre Arbeit der verantwortlichen Chefin vor. Die pfuschte wortlos drin herum und veränderte die mit Mühe erstellten Folien in wenigen Klicks, worauf der Praktikantin entfuhr: „Also so sieht‘s doch scheiße aus“. Die Chefin war perplex und irritiert.

Die Praktikumsanleiterin der Studentin hatte das Ganze mitbekommen. In der Mittagspause nahm sie sie zur Seite und erklärte ihr, dass sie so ungehobelt nicht reden dürfe. Sie nannte ihr gleich ein paar alternative Formulierungen.

Schon eine Woche später bot sich die Gelegenheit. Wieder klickte die verantwortliche Chefin in ein paar frisch erstellten Folien herum, was die Studentin erneut ärgerte. Wie aus der Pistole geschossen sagte sie diesmal: „Also jetzt hat’s wieder Potenzial nach oben“…‘

Delegieren heißt anderen etwas zuzutrauen

Es ist in der Regel so, dass jemand, der verantwortlich ist, auch „das letzte Wort“ haben muss. Doch oft erzeugt das nicht etwa Freude im Umfeld sondern Unmut und Unlust.

Ich habe Unternehmen erlebt, da haben Mitarbeiter schon innerlich gekündigt, weil sie sowieso nichts recht machen konnten und alles immer wieder vom Chef geändert wurde. Auf die Frage, wie viel Wertschätzung sie bekommen, kam die Antwort: Null.

Warum ist das Anhaftung

Der Knackpunkt liegt in der Identifikation mit der Sache. Ich meine damit nicht, dass dir alles egal sein und du dich nicht mehr identifizieren sollst mit deiner Arbeit. Aber wenn du zu sehr anhaftest, kannst du nicht richtig delegieren. Dann nimmst du sehr viel Raum ein. Der Raum von anderen wird dadurch kleiner. Und du machst dir mehr Stress damit als notwendig, denn es kann sehr entspannend sein, etwas wirklich abzugeben und in andere Hände zu legen.

Es kann schwierig sein, jemand anders machen zu lassen. Und dann auch noch zuzustimmen, wenn er es „ganz anders“ gemacht hat als man selbst. Ich kenne das sehr gut. Wenn Mitarbeiter Dinge verräumen und ich dann suchen muss, krieg ich auch einen Hals. Trotzdem bin ich froh, dass sie da sind.

Du kannst es üben, Fünf gerade sein zu lassen

Eine Freundin berichtete mir vor einer Weile, wie schwer es ihr gefallen ist, die Toilettenpapierrollen, die ihr Mitbewohner im Bad kreuz und quer gelagert hatte, einmal nicht ordentlich aufeinanderzustapeln… Sie musste sich enorm beherrschen. Das war für sie der Einstieg in eine tiefe Auseinandersetzung mit ihren Beweggründen und ihren Gefühlen. Heute ist sie lockerer und viel weniger „Zwängi“, das kann man spüren.

Du kannst lernen, lockerer zu werden und anderen mehr Raum zu lassen. Das schenkt dir letztendlich auch Entlastung und du wirst dich mit der Zeit freier fühlen.

Übung

Nimm dir einen Tag vor, an dem du nichts – aber auch gar nichts korrigierst. Schau einfach zu, was andere tun, egal wo, egal wie. Wenn du kannst, verschiebe wichtige Entscheidungen auf den nächsten Tag. Nun prüfe, wie leicht es dir fällt, Dinge stehen zu lassen ohne zu korrigieren.

Vielleicht ist dir ja bisher noch gar nicht aufgefallen, wie oft du eingreifst.

Währenddessen beobachte deine Gefühle. Was steigt in dir auf? Wie stark ist dein Impuls, einzugreifen? Was denkst und was fühlst du?

  • Du bist nicht zu ersetzen?
  • Nur du allein kannst das Problem lösen?
  • Deine Ideen sind besser?
  • Du weißt es einfach besser?
  • Du möchtest anderen unbedingt helfen?
  • Du möchtest die Kontrolle behalten?
  • Du möchtest deinen Platz behaupten?
  • Du suchst Anerkennung?
  • etc.

Es gibt viele Gründe und genauso viele Hintergründe

Du kannst dahinter Überverantwortlichkeit entdecken, Angst, dich anderen anzuvertrauen, Angst, von anderen übergangen zu werden, Angst, nicht gesehen zu werden oder die Kontrolle zu verlieren…

Bitte spüre ganz genau hin und notiere einen oder zwei Tage lang alles, was dir dazu auf- und einfällt.

Wie leicht oder schwer ist es dir gefallen, dich nur zu beobachten? Und wie hast du’s geschafft?

Schreib mir einen Kommentar unter diesen Blogartikel.

Hanne Demel


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