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Schlechte Laune
Warum du deine Gefühle steuern solltest

Gefühle steuern: Henne oder Ei?

„Er machte ein so griesgrämiges Gesicht, dass ich sofort richtig schlechte Laune bekam. Ich verlor auch gleich die Lust an meiner Arbeit.“

Das erzählte mir Ulla, Mitarbeiterin eines kleinen mittelständischen Unternehmens. Ihr Chef war mal wieder mit dem falschen Fuß aufgestanden. Gefühle steuern konnte er nicht. Und über die Wirkung seiner schlechten Laune machte er sich wenig Gedanken.

Als ich Ulla dazu ein bisschen befragte, erinnerte sie sich, dass sie auch schon vor dieser Begegnung ein klein wenig schlechte Laune gehabt hatte. Und dann erzählte sie mir, dass sie an diesem Tag bereits mehreren äußerst griesgrämigen Leuten begegnet war.

Das erschien mir etwas suspekt. Mir fiel sofort das Buch von Paul Ekman ein: „Gefühle lesen“. Ich hatte es vor einiger Zeit gelesen. Deshalb fragte ich Ulla, was sie glaubte, dass zuerst da gewesen sei: Ihre schlechte Laune oder die griesgrämigen Gesichter um sie herum.

Das konnte mir Ulla nicht beantworten

Gefühle steuern ist wichtig wegen dem Negativ-Effekt

Kennst du diesen Effekt? Deine eigenen Emotionen sind entscheidend dafür, wie du deine Umwelt bewertest. Sie sind wie ein Teppich, auf dem du deine Wahrnehmung ausbreitest. Und nicht nur das. Dieser Teppich ist die Basis für die Urteile, die du über andere fällst. Denn du bestärkst damit in der Regel deine eigenen Emotionen und bestätigst dich dadurch selbst. Du lieferst dir damit eigenhändig Anlass und Rechtfertigung für deine Gefühlslage.

In der Regel überschattet ein aktuelles Gefühl alle anderen Gefühlsfacetten. Du empfindest kaum mehr andere Gefühle. Deshalb wird auch deine Wahrnehmung davon eingetrübt. Ein Beispiel: Wenn du schlechte Laune hast, triffst du kaum Leute, die gute Laune haben. Und wenn doch, dann empfindest du sie eher albern, überzogen oder unecht. Als wenn es nicht sein könnte, dass andere gut drauf sind.

Unterstellungen inbegriffen

Dabei bewertest du auch „neutrale“ Inhalte nach deiner Gefühlslage. Zum Beispiel sagt jemand zu dir: „Das muss fertig werden!“ Wenn du dich gestresst fühlst, hörst du darin sofort einen Vorwurf an dich. Wenn du dich unsicher fühlst, hörst du eine Abwertung. Wenn du dich fröhlich fühlst, hörst du eine Aufforderung. Und so weiter.

Das bedeutet, du kannst dir nie hundertprozentig sicher sein, wie jemand etwas meint. Und deshalb brauchst du auch nie darauf bestehen, Recht zu haben. Denn:

  • Deine Gefühle entstehen durch deine eigenen Bewertungen.
  • Deine Bewertungen zeigen deine Denkmuster und deine Wahrnehmung.
  • Deine Wahrnehmung und dein Denken bestimmen dein Verhalten.
  • Dein Verhalten erzeugt das, was du erlebst und letztendlich dein Schicksal.

Das eigene Erleben verändern und deine Gefühle steuern

In der buddhistischen Ethik sprich man vom „Karma“. Es entsteht durch deine tiefen Gewohnheiten im Denken, Fühlen und Handeln. Es ist das, was du an Prägung und an Konzepten mit dir herumträgst.

Wenn du dieses „Karma“ auflösen möchtest, dann musst du deine Gewohnheiten im Denken und Fühlen verändern. Das kannst du mit folgenden Schritten tun. Sie sind leicht und gleichzeitig verdammt schwierig:

  • Räume immer ein, dass du auch falsch liegen könntest in deiner Interpretation.
  • Prüfe deine eigene Gefühlslage immer wieder, bis es dir zur Gewohnheit geworden ist.
  • Probiere aus, bewusst umzuinterpretieren und erweitere deinen Rahmen.
  • Suche dir aktiv täglich etwas, das dich in gute Stimmung versetzt.
  • Sprich freundlich mit dir selbst.

Bewusstsein ist die Basis für Veränderungen in deinem Leben. Du hast es immer selbst in der Hand, wohin du dich entwickelst. Wie sich dein Unternehmen entwickelt. Wie deine Mitarbeiter „sich fühlen“. Und vieles mehr.

Bleib dran und freu dich deines Lebens. Das wünsch ich dir von Herzen.

Deine Hanne Demel

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