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Auch die schriftliche Kommunikation
braucht Anstand und Ethik

Zusammenfassung des Live-Ethikstammtisches und des Online-Ethikstammtisches zum Thema schriftliche Kommunikation. Ein erzählter Bericht, kein Protokoll!

Was ist eigentlich Anstand in der schriftlichen Kommunikation?

Zunächst einmal kommt eine interessante Deutung auf. Anstand kommt von Anstehen, also Zurückstehen, sich zurücknehmen. Wer sich anständig verhält, lässt anderen mehr Raum. Er hält selbst erstmal inne und sondiert die Lage. Fühlt, was stimmig ist. Hört anderen zu. Und das kann man auch in der schriftlichen Kommunikation.

Kein Widerspruch. Okee, denke ich. Na dann lasst uns mal ein bisschen weiter diskutieren:

Was ist mit Social Media, frage ich also. Das ist doch auch schriftliche Kommunikation!

Und fast wie erwartet werden sofort ganz andere Stimmen laut: Social Media rauben uns die Zeit! Nehmen die Möglichkeit, persönlich miteinander zu sprechen! Die Leute schreiben nur negativ, beschimpfen sich…

Und sofort kommen auch Gegenstimmen. Aber nein, das ist nur eine andere Form der Kommunikation. Die gilt es zu akzeptieren. Die jungen Menschen gehen bereits mit mehr Bewusstsein an die Social Media heran! Sie lassen sich weniger reinziehen in den Social Stream als die ältere Generation, die gerade erst angefangen hat, sich damit zu beschäftigen.

Da sieht man’s mal wieder, wie schnell Urteile fallen. Was der eine begrüßt, findet der andere verwerflich.

Doch über eines sind sich dann alle wieder einig: Kommunikation sollte wertschätzend sein, sowohl schriftlich als auch mündlich. Und dazu muss man sich Zeit lassen.

Aber ich gebe noch keine Ruhe:

Und mit E-Mails, frage ich weiter.

Auch hier gehen die Meinungen schon wieder auseinander. Sollen E-Mails eine nette Einleitung, einen Hauptteil und ein freundliches Ende haben? Oder kann man so richtig schön fränkisch mit der Tür ins Haus fallen? Kurz und knapp gleich auf den Punkt kommen? Beides wird befürwortet.

Das finde ich interessant. Es gibt hier keinen Konsens.

Vielleicht liegt das daran, dass jedes Individuum unterschiedlich viel Zeit zur Verfügung hat, um sich mit E-Mail & Co zu beschäftigen.

Bei 100 Mails am Tag kann ich keine episch langen Mails lesen, sagt ein Teilnehmer. Da hab ich’s gern kurz und knapp auf den Punkt. Und lange Mails erzeugen bei mir Druck, ebenso ausführlich antworten zu müssen. Da ich aber wenig Zeit habe, schiebe ich die Antwort vor mir her und laufe Gefahr, gar nicht zu antworten.

Doch einen Anhaltspunkt gibt es nun doch: eine Teilnehmerin unterscheidet „sachliche“ und „persönliche“ E-Mails. Während die sachlichen kurz und knackig sein können, sollten die persönlichen doch ein paar freundliche Worte a la Einleitung Hauptteil und Schluss enthalten, meint sie.

Gefühle kommen in der schriftlichen Kommunikation meistens zu kurz.

Die eigenen Gefühle sollte man in der schriftlichen Kommunikation deutlicher beschreiben, da sie im geschriebenen Wort nicht unbedingt richtig erfasst werden können. Jeder verbindet schließlich mit bestimmten Worten etwas anderes, sagt eine Teilnehmerin.

Naja, dafür gibt’s ja auch die Emoticons, werfe ich ein. Sie ersetzen die fehlende Körpersprache und Mimik ein wenig und machen es leichter, den anderen zu verstehen. Ich benutze sie gern und bedaure es, dass ich mein Newsletterprogramm sie nicht bildlich darstellen kann.

Eine Teilnehmerin beschreibt nun einen ganz anderen Aspekt. Sie findet etwas ganz anderes wichtig. Sie schaut, was sie selbst als stimmig empfindet. Das gilt dann nur für sie allein. Es entsteht keine allgemeingültige Meinung dabei. Nach dem Motto „man sollte“ das so oder anders machen. Ihre persönliche Meinung wäre wertfrei.

In jedem allgemeingültigen Urteil liegt eine Bewertung des anderen und dessen Verhalten. Und dazu habe sie kein Recht. Eine feine aber klare Unterscheidung, wie fast alle bestätigen.

Unser Fazit des Abends zum Thema schriftliche Kommunikation mit Anstand:

  • Man kann Regeln aufstellen für die Online-Kommunikation und diese gemeinsam abstimmen.
  • Und wer das Wort „Regeln“ nicht mag, kann „Absprachen“ treffen.
  • Man kann E-Mail-Signaturen anpassen und verschiedene Abschlussfloskeln als Textbaustein anlegen. Kurz, lang, förmlich, herzlich…
  • Und mit den Social Media muss jeder so umgehen, wie er mag. Anstand ist, dass ich andere so behandle, wie ich selbst behandelt werden möchte. Und dass meine Wahrheit nicht automatisch die Wahrheit der anderen ist.

Hanne Demel

Willst du weiter mitdiskutieren? Tu das gern hier im Kommentar!


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